The Identity Story

Entwicklung einer „Dual-Path“-Markenstrategie zur Monetarisierung eines bestehenden Musikkatalogs.

Projekt: Strategisches Markenaudit & Kampagnenkonzept (Konzeptstudie)

Das Narrativ: Revitalisierung eines Legacy-Assets.

Rolle: Markenstrategie & Design (Case Study)

Kontext: Recruiting Challenge / Strategischer Pitch

Herausforderung

Der Kunde verwaltet einen massiven Musikkatalog mit Rechten an Welthits aus Serien wie The White Lotus oder Narcos.

Das Problem: Das Unternehmen besaß enormes kulturelles Kapital (großartige Musik), aber keine soziale Präsenz (keine Marke). Für die moderne ‚Creator Economy‘ war der Katalog praktisch unsichtbar.

Das Ziel: Transformation einer statischen Datenbank in eine begehrliche Marke, die zwei widersprüchliche Zielgruppen anspricht: Gen Z Creator (B2C) und professionelle Music Supervisors (B2B).

Erkenntnis

One size does not fit all. Meine Analyse zeigte, dass unsere Zielgruppen gegensätzliche psychologische Bedürfnisse haben:

  • Gen Z Creator suchen nach Vibes, Emotionen und Narrativen. Sie kaufen Identität.

  • B2B-Einkäufer suchen nach Verlässlichkeit, Schnelligkeit und Prestige. Sie kaufen Autorität.

Anstatt einen faulen Kompromiss einzugehen, entwickelte ich eine Dual-Path-Strategie, um mittels A/B-Testing zu prüfen, welches Narrativ zur höheren Konversion führt.

Lösung(en)

Pfad A: Der kreative Ansatz

„False Paradise“

  • Zielgruppe: Gen Z, Cineasten, „Vibe Seekers“.

  • Das Konzept: Positionierung des Katalogs als „Kurator von Atmosphäre“. Wir verkaufen keine „Tracks“, sondern „Szenen“.

  • Visuelles System: Die „Vinyl“-Ästhetik. Nutzung texturierter Vintage-Platten-Templates, um digitale Dateien in sammelbare Kunstobjekte zu verwandeln.

  • Content-Strategie: POV Storytelling. Kombination ästhetischer Visuals mit narrativen Captions (z. B. „POV: Du bist im Paradies, aber du kannst nicht gehen“), um den „Main Character Energy“-Trend zu bedienen.

Pfad B: Der traditionelle Ansatz

„The Sync Authority“

  • Zielgruppe: Music Supervisors, Regisseure, Investoren.

  • Das Konzept: Positionierung als „Legacy Institution“. Wir erzählen keine Geschichten, wir präsentieren unseren Track Record.

  • Visuelles System: Die „Corporate“-Ästhetik. Minimalistische, kontrastreiche Audio-Wellenformen. Keine Filter, nur Klarheit.

  • Content-Strategie: The Flex. Statische Posts, die Auszeichnungen („Academy Award Winning Sound“) und direkte Platzierungen („As heard in Mad Men“) hervorheben.


Methodik: Strategie erfordert Beweise. Ich schlug einen 24-Stunden-Pilottest vor, um die Resonanz vor der Skalierung zu messen:

  • Test A: Ein „Vibe Switch Reel (Emotional) → Erfolgsmessung durch Saves & Shares.

  • Test B: Ein „Sizzle Reel (Korporativ) → Erfolgsmessung durch Website Clicks.

Dieser Rahmen ermöglicht es dem Unternehmen, Budgets basierend auf realen Daten zu investieren, statt auf reinem Bauchgefühl.

Validierung

Vollständige Case Study ansehen

Appendix

Narrativer Bogen: Visualisierung des klanglichen Wandels von „Paradise“ zu „Nightmare“ anhand der Markenfarben.

Der Blick der Sozialforscherin:

In der Sozialtheorie wissen wir: Objekte haben keine innewohnende Bedeutung; sie erhalten diese erst durch soziale Interaktion.

Für einen Gen Z Creator ist eine „Schallplatte“nicht nur ein Tonträger, sondern ein Symbol für Authentizität. Für einen Corporate-Einkäufer ist eine ‚Wellenform‘ ein Symbol für Präzision.

Meine Strategie änderte nicht das Produkt (die Musik), sondern die sozialen Symbole, die es umhüllen. So konnten zwei völlig unterschiedliche Gruppen dem gleichen Asset eine für sie relevante Bedeutung zuschreiben.